Lokales

Schon immer hat der Mensch die Natur mit Füssen getreten, aber sie konnte verzeihen. Anders sieht es aus, wenn wir sie vorher betonieren ...

Blick von der Straße Breite Güntke Richtung Natruperstraße. Osnabrücker "Versiegelungsdesign" mit Entstehung einer neuen großen Ampelkreuzung. Ein Radweg, eine Busspur, eine PKW-Spur und ein Kreisverkehr würden den Zweck besser und ökologischer erfüllen!

Geplant und mit dem breiten Ausbau schon begonnen.  Eine neue ca. 600 Meter lange Straße zwischen der Natruper und Sedanstraße, als dritte Zufahrtsmöglichkeit zum Wissenschaftspark! Ist der bereits begonnene, sehr breite Ausbau, der erste Abschnitt der sogenannten kleinen Westumgehung, Richtung Rheiner Landstraße?

Übersicht auf Google Maps

 

Es wird nichts mit dem Weg in eine heile Welt, wenn ... 

09. Juni 2022

Es wird nichts mit dem Weg in eine heile Welt, wenn wir es uns gestatten, diesen zu betonieren, um schneller dort anzukommen.

Alle Welt redet vom Klimawandel, davon dass die Artenvielfalt schwindet, dass es zu wenig Insekten gibt und zu viele versiegelte Flächen. Aber reden nützt nichts, wenn den Worten keine Taten folgen. 

Seit Jahren sehe ich, wie in Osnabrück, im Bereich der Römereschstraße, kein Umdenken stattfindet, sondern die Natur weiter betoniert und mit Füssen getreten wird!

Zwischen der Bramscher-  und der Pagenstecher Straße wurde die Römereschstraße auf 650 Meter Länge vielspurig ausgebaut, mit aufwändigen Ampelanlagen versehen, um dann an der Hafenbrücke, der Brücke über die Hase und der Eisenbahnunterführung auf zwei Spuren einen Flaschenhals zu bilden.  Übersicht auf Google Maps 

Es wurde sehr viel Fläche versiegelt! Der Betrieb von drei Ampelanlagen verbraucht ständig Energie und erzeugt Unterhaltungskosten, aber der Verkehr staut sich dennoch. Nichts ist gewonnen! Hätte man die Straße einspurig geführt und anstatt der drei Ampeln drei Kreisverkehre eingerichtet, würde der Verkehr genauso - oder besser fließen. Hunderte von Quadratmetern von Mutterboden, auch direkt an der Nette (Feuchtgebiet), wären nicht versiegelt worden und der Verkehrssicherheit hätte es sicherlich keinen Abbruch getan.

Nun geht die Versiegelung weiter Richtung Süden, hinter der Pagenstecher bzw. Natruper Straße.

Die Verlängerung der Römereschstraße hinter der Pagenstecher Straße, ist die Straße, Breite Güntke. Sie war, so weit ich mich erinnere, schon immer breit ausgebaut. Es stammt wohl noch aus Zeiten, als man plante, die sogenannte kleine Westumgehung Richtung Lotterstraße zu bauen. Diese Pläne einer Westumgehung scheinen immer noch in den Köpfen zu existieren! Anders kann ich es mir nicht erklären, dass eine Anbindung an den Wissenschaftspark so breit ausgebaut wird, als ob ein Autobahnzubringer in Planung ist. 

Mich macht das wütend, muss ich ehrlich sagen; und es entsteht in mir ein großer Frust bezüglich der Zerstörung der Zukunft unserer Kinder und Enkel und auch der Verschwendung unserer Steuergelder.

Jeder weiß, neben den ökologischen Argumenten, dass wir den Verkehr zurückschrauben müssen, dass der Verkehr leiser wird durch E-Mobile, E-Bikes, E-Busse. Jeder weiß, dass Kreisverkehre den Verkehr fließen lassen! Aber in Osnabrück, der Friedenstadt hat sich das, in Bezug auf die Verkehrsplanung, noch nicht herumgesprochen!

Frieden heißt auch, Frieden mit der Natur zu schließen! Auch in diesem Bereich sollten die Planungsstellen einmal über das Thema "Friedens Stadtmarketing" nachdenken. Wann folgen den Worten Taten, die Sinn machen? 

Was muss noch geschehen, bis endlich ein "Umhandeln" und nicht nur ein folgenloses "Umdenken" stattfindet? 

Wann wird endlich die Wende geschaffen, hin zu einer ökologischen Politik, die die Natur nicht als einen Raum wahrnimmt, den man beliebig benutzen kann, nur um ein wenig Zeit zu sparen und sich unendlich auf unserem begrenzten Planeten auszudehnen.

Grünflächen verschwinden, Beton, Pflaster und Teer folgen ... 
Plankosten ca. 5,6 Millionen € 

Anhand dieser vier Bilder kann man die Dimensionen des Verlustes von Grünzonen deutlich sehen. Als eines der Fotos entstand traf ich einen Anwohner, der mit seinem Hund spazieren ging. Sein Kommentar: 

"Es ist traurig, dass so ein Kleinod einfach verschwindet!" 

1) Vogelperspektive der 180 Meter langen bewaldeten Fläche zwischen den Gebäuden, vor der Rodung. Gerodete Fläche siehe Bild 4)

2) Das "Grünzeug" an der neuen Ampelkreuzung ist schon gerodet, aber noch nicht auf dieser Aufnahme. Die Straße gleicher Breite, wie auf dem Bild am Anfang des Artikels, ist schon ausgebaut. Die sinnlose Versiegelung wichtiger Grünflächen geht weiter.

3) Bereits gerodete Fläche mit Blick auf die Straße "Breite Güntke". Beginn eines sehr wahrscheinlich 5,6 Millionen € teuren Ausbaus einer Anbindung des Wissenschaftsparks und Durchstichs zur Sedan Straße! Könnte das der Beginn einer lange geplanten Westumgehung sein? Die Breite des begonnen Ausbaus lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu!

4) Blick von der Sedan Straße auf den bereits gerodeten kleinen Wald, zwischen der Niels Stensen Klinik und dem StudierQuartierheim. Ursprungszustand siehe Foto 1)

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